10.09.2012

Die Reise war anstrengend, aber interessant. Insgesamt war ich über 24 Stunden unterwegs, aber schon auf der Autofahrt von Vishakapatnam nach Jeypore gab es unglaublich viel zu sehen. Zunächst der Straßenverkehr: ein großes Durcheinander auf der Straße, Menschen, Motorräder, Autos, Rikshas und natürlich Kühe, dabei ein einziges Hupkonzert. Dann die  beeindruckende Landschaft: grün bewachsene Berge, Palmen, Reisfelder. Dieser Anblick war wirklich faszinierend und wunderschön, sodass ich auch bei erheblichem Schlafmangel nicht lange die Augen schließen konnte (ein bisschen lag es vielleicht auch daran, dass manche Straßenabschnitte voller riesiger Schlaglöcher waren ;) ).

 

Hier in Jeypore wohnen wir auf dem Gelände der Kirche, dazu gehören einige Häuser, Gebäude, in denen offices zu finden sind und das guesthouse, in dem wir untergebracht sind.

Gleich am zweiten Tag sind wir in den Ort Kotpad gefahren für ein Programm namens „Youth in a changing culture“. Da wurde dann über den Einfluss der Globalisierung, neuer Medien und Technologien (Internet, Handy, TV,…) auf die Kultur geredet und über das Abwägen zwischen Modernisierung und Tradition. Als dann die Frage kam „Was tun die Jugendlichen in Deutschland, um ihre Kultur zu erhalten?“ war ich erst einmal sprachlos. Tun wir überhaupt was dafür? Was ist überhaupt die deutsche Kultur? Gibt es noch eine traditionelle deutsche Kultur? Hier in Orissa fallen mir sofort einige Dinge ein, die bestimmt zur indischen Kultur (oder zu der vom Bundesstaat Orissa) gehören: Mir fällt die besondere Kleidung auf, das Essen, die Mimik und Gestik der Leute. Vielleicht weil es für mich nun alles neu und interessant ist und man sich über seine eigene Kultur wenig Gedanken macht, weil sie für uns so selbstverständlich und alltäglich ist..?

 

Zurzeit sind mein Mitfreiwilliger und ich glaube ich die einzigen Weißen hier weit und breit und das merkt man auch. Man darf sich da nicht wundern, dass man von einigen Menschen angeguckt wird, wenn man in die Stadt geht oder, wie gestern, den Gottesdienst besucht. Besonders die Kinder sind da ganz interessiert.

Der Gottesdienst ging 2 Stunden und wurde auf Oriya gehalten, weshalb ich leider wenig verstanden habe. Im Ablauf erkennt man aber sehr viele Gemeinsamkeiten zu Gottesdiensten in Deutschland. Lieder, Gebete, Wechelsgesänge, das Vater Unser, die Einsammlung der Kollekte(,…) gibt es hier genau so. Auch getauft wird ähnlich (heute wurden zwei Kinder im Gottesdienst getauft). Die Melodien einiger Lieder kommen einem übrigens sehr  bekannt vor :)

 

Insgesamt kann man sagen: Ich hatte einen guten Start hier in Indien!

2013. (c) Ev.-Luth. Kirchengemeinde Büchen-Pötrau
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